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Gitarrenworkshop

Geschrieben von Carl on April 8, 2012

Und ich fange gleich an:

Seit einigen Tagen bin ich in Sedona/Arizona zu Besuch bei meiner Tochter, die mir diese Web-Seite eingerichtet hat. Neben dem Familienkontakt war ein Motiv meiner Reise auch die Teilnahme an einem Gitarren-Workshop bei Jorma Kaukonen auf der "Fur Peace Ranch" in Ohio letztes Wochenende.

Es war bereits mein zweiter Workshop in der Gruppe und ich verspreche mir davon ein musikalisches "Upgrade" für meine nächste CD. Jorma ist ein guter Lehrer und er kann auch erfahrenen Gitarristen ihr Instrument noch näher bringen.

Es waren ein paar gute Gitarristen da, an zwei Abenden gab es Konzerte von dem Australier Geoff Achison mit Band und von Pete Huttlinger. Jorma hat auch gespielt, allerdings ohne seinen Bassbegleiter Jack Casady, mit dem das Duo dann komplett zu "Hot Tuna" geworden wäre.
In den Unterrichtstunden erfuhren wir den Aufbau einiger klassisch-amerikanischer Blues-Stücke aus den 20er und 30er Jahren und in den Zwischenzeiten gab es immer offenes Spiel zwischen Country, Blue Grass und Blues.  Heuer wurde insgesamt mehr musiziert als vor 2 Jahren. Das lag wohl an den aktiveren Leuten und an der guten Stimmung innerhalb der Gruppe,  wir haben uns immer wieder mit einem "turnaround" angeheizt. In Jormas Gruppe waren wir acht Leute für "Fingerstyle", Geoff lehrte in einer anderen Gruppe E-Gitarre, und Pete leitete einen Grundkurs für Fingerstyle.

 

Gitarrencamp "Fur Peace Ranch"

Hier auf der Bühne bin ich allein - weniger aus Eitelkeit, als aus Vorsicht, andere Leute ungefragt ins Netz zu stellen. Vorgespielt hab ich den Boogie, den wir auch auf meine "Kanapeemusik"CD aufgenommen haben. Meine gute alte Gitarre war zwischen den vielen Westerngitarren die einzige mit Nylonsaiten!

30.April

Am Wochenende vom Do, 3.Mai - So, 6.Mai findet in Krumbach wieder ein Harmonika- Workshop statt. ("Die Steirer kommen") Im letzten Jahr hat mich das Seminar mit der Steirischen Ziehharmonika vertraut gemacht. Das ähnliche - weil auch diatonische - "Hohner Club-Modell" kenne ich schon von früher.

Heute kaufte ich mir in Hindelang eine gute gebrauchte "Steirische"! Mal sehen, ob sich das längerfristig irgendwie mit Bluegrass- und Country-Musik verbinden läßt. Um etwas in Übung zu kommen will ich sie, wie meine Gitarre, jetzt auch immer mit auf die Reisen nehmen.

Jetzt im April 2015 reiste ich zum dritten mal zu Jorma auf die Fur Peace Ranch. Diesmal hatte ich auch schon die Steirische Harmonika im Gepäck und konnte beim Vorspielen tatsächlich einen komplexen südtiroler Ländler, den ich von Herbert Pixner kenne, vortragen.
Die schöne, ein bißchen alpenländisch kitschige Harmonika kam natürlich gut an und meine Nervosigkeitsfehler konnte ich für ungeübte Zuhörer auch hinreichend locker überspielen.  
Aber auch in Amerika wird die Ziehharmonika oft mit dem Akkordeon gleichgesetzt und hat auch ein ähnlich niederrangiges Ansehen wie in Deutschland. Hier kippt es vielleich gerade etwas ins positivere Image, oder vielleicht ist es nur meine subjektive Wahrnehmung. Gute Musikanten, die die Instrumente auch für zeitgenössische Musik und experimenteller einsetzen, und nicht zuletzt die hohe Qualität der Instrumente selbst, machen Harmonikas wieder interessanter. (gerade im Kemptener Kreiisboten vom 9. Mai 2015: Die Akkordeonale zeigt die musikalische Entfaltung eines Weltbürgers unter den Instrumenten quer durch sämtliche Kulturen und Stilarten) Ist das nicht schön? 

Aber eigentlich galt der Ausflug nach Ohio wieder der Gitarre. Ich erlebe das Zusammentreffen mit guten Musikern und z.T weltbekannten Leuten immer als einen unbeherrschten Entwicklungsschupserer, der mich erst nach Tagen in einer Welt aufwachen läßt, in der ich dann beschäftigt bin, die ganzen Inputs und Erfahrungen zu ordnen und Abgeschautes zu üben. Gott sei Dank ist im Camp die Atmosphäre so offen, daß man auch kleine Videos oder Tonmitschnitte von Stücken oder Gitarrentricks machen kann.
Jeder kann und soll soviel mitnehmen, wie er will!

Jedem Workshop angeschlossen ist ein Konzert in der immer ausverkauften Konzerthalle auf der Ranch. Die Konzerte kann man z. T. verfolgen über Youtube > Fur Peace Ranch oder > Jorma Kaukonen. Heuer leitete auch David Lindley einen Workshop für Slide Guitar.
Das ist wieder eine eigene Gitarrenwelt und David bringt sie gut rüber.  

Mit der Steirischen und einem südtiroler Ländler in Ohio. 

hier richtet mir der Jorma das Mikrofon ein.

Jorma mit einem seiner Bewunderer!

Workshop Photo vor der Concert Hall mit GE Smith (mit Gitarre) Jorma Kaukonen, David Lindley rechts von Jorma.
Heuer war kein einziges Mädel dabei! Letztes mal war ein Mädchen aus dem amerikanischen Süden mit dem Motorrad und Gitarre in 2 Tagen nach Ohio gereist! 

Hier sehen wir noch die Trinity church, das Arlo Guthrie Zentrum, wo in den 70er Jahren der Hippie-Kultfilm "Alice´s Restaurant" entstand. Hier treffen sich auch immer wieder Musiker, aber mir schien es nicht annähernd so lebendig wie die Fur Peace Ranch bei Jorma. Mir schien es eher als ein Ort, wo alte Erinnerungen getauscht werden, anstatt daß kraß musiziert wird!

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